Yalla, Europa!

Extract of the European Speech of the President of Germany, Joachim Gauck, held on February, 22 (rough translation):

Joachim_gauck_eu

“With a common language my preferred image for the future of Europe would be easier to implement – a European Agora, a common place of discussion for democratic coexistence.

This Agora would be even more comprehensive than students may know from the history books. In ancient Greece there was a central gathering place of worship and court space at the same time, a place of public dispute, where the citizens were struggling about an orderly coexistence.

Today we need an expanded model. Perhaps our media landscape could produce such a Europe-enhancing innovation, something like ARTE for all, a multi-channel with an internet connection, for at least 27 states, for the young and experienced, for Internet users and offliners, for pro-Europeans and skeptics.

There should be more than the Euro Vision Song Contest or a European “Tatort” (German crime TV show). There should be, for example, reports about company founders in Poland, young unemployed in Spain or family support in Denmark.

There should be discussions that help us understanding the feelings of our neighbors and why they might judge the same event very different from us.

And after a crisis summit the camera should not only show one face but the whole round of the negotiating table.

With or without such a TV channel we need an Agora.

It would impart knowledge, develop European citizenship and help as a corrective if national media falling into nationalist tone and report without sensitivity or expertise about their neighbors.

I know that many media companies are trying to stimulate the European public already, with supplements from other countries, with emphases on Europe and many good ideas.

But please do more of it – more and more reporting on and communication with Europe!

Communication for me is not a side issue of the political. The sufficient explanation of the issues and problems is rather policy itself.

A policy that counts on the maturity of the players in the Agora and not dismiss them as submissive, uninterested and ignorant.”

* The German original text:

“Mit einer gemeinsamen Sprache ließe sich auch mein Wunschbild für das künftige Europa leichter umsetzen ‐ eine europäische Agora, ein gemeinsamer Diskussionsort für das demokratische Miteinander.

Diese Agora wäre noch umfassender, als die Schülerinnen und Schüler sie vielleicht aus dem Geschichtsbuch kennen. Im antiken Griechenland gab es den zentralen Versammlungsort, Kult‐ und Gerichtsplatz gleichzeitig, einen Ort des öffentlichen Disputs, wo um das geordnete Zusammenleben gerungen wurde. Wir brauchen heute ein erweitertes Modell.

Vielleicht könnte unsere Medienlandschaft so eine Europa‐fördernde Innovation hervorbringen, etwas wie ARTE für alle, ein Multikanal mit Internetanbindung, für mindestens 27 Staaten, für Junge und Erfahrene, für Onliner und Offliner, für Pro‐Europäer und Skeptiker.

Dort müsste mehr gesendet werden als der Eurovision Song Contest oder ein europäischer Tatort.

Es müsste zum Beispiel Reportagen geben über Firmengründer in Polen, junge Arbeitslose in Spanien oder Familienförderung in Dänemark. Es müsste Diskussionsrunden geben, die uns die Befindlichkeiten der Nachbarn vor Augen führen und verständlich machen, warum sie dasselbe Ereignis unter Umständen ganz anders beurteilen als wir.

Und in der großen Politik würden nach einem Krisengipfel die Türen aufgehen und die Kamera würde nicht nur ein Gesicht, sondern die gesamte Runde am Verhandlungstisch einblenden.

Ob mit oder ohne einen solchen TV‐Kanal: Wir brauchen eine Agora. Sie würde Wissen vermitteln, europäischen Bürgersinn entwickeln helfen und auch Korrektiv sein, wenn nationale Medien in nationalistische Töne verfallen und ohne Sensibilität oder Sachkenntnis über die Nachbarn berichten.

Ich weiß, dass viele Medienkonzerne die europäische Öffentlichkeit schon zu stimulieren versuchen, mit Beilagen aus anderen Ländern, mit Schwerpunktthemen zu Europa und vielen guten Ideen. Aber bitte mehr davon ‐ mehr Berichterstattung über und mehr Kommunikation mit Europa!

Kommunikation ist für mich kein Nebenthema des Politischen. Die ausreichende Erläuterung der Themen und Probleme ist vielmehr selbst Politik.

Eine Politik, die mit der Mündigkeit der Akteure in der Agora rechnet und sie nicht als untertänig, desinteressiert und unverständig abtut.”